Hintergrund: Social-Media-Werbung für Unternehmen

Social-Media-Werbung (Bild: © Alexandra H. / Pixelio)

Social-Media-Werbung (Bild: © Alexandra H. / Pixelio)

Soziale Netzwerke haben im Privatleben bereits einen enormen Stellenwert erreicht. Über diese Plattformen werden Verabredungen getroffen, der Kontakt mit Freunden wird aufrechterhalten und es können Menschen gesucht werden, die man aus den Augen verloren hat. Insbesondere unter Jugendlichen ist ein Facebook-Account ein Muss. Doch auch immer mehr Erwachsene schätzen Social Media und nutzen es täglich.
Während Social Media-Netzwerke im Privatleben bereits seit einiger Zeit diese dominante Stellung innehaben, spielen sie für viele Unternehmen noch eine untergeordnete Rolle. Doch erkennen auch die Unternehmen zunehmend, welche Möglichkeiten ihnen Social Media bietet und welche Vorteile Kampagnen in diesem Bereich bieten.

Eine Umfrage zeigt, ­dass Social-Media-Marketing für Unternehmen immer wichtiger wird

Der Marketingdienst Strongmail befragte weltweit die Marketingverantwortlichen von knapp 1000 Unternehmen, welche Marketingausgaben für 2012 geplant sind. Dabei gaben 55 Prozent der Befragten an, dass ihr Unternehmen die Ausgaben für die Kampagnen im Bereich der Social Media erhöhen will. Die Umfrage belegt deutlich, dass die Unternehmen die Bedeutung der Social Media immer stärker einschätzen. In den USA übersteigen die Ausgaben für Display-Werbung in den sozialen Netzwerken die Ausgaben für alle anderen Arten von Werbeanzeigen im Internet. Der Trend in Deutschland zeigt, dass dies auch hier bald der Fall sein könnte.
Die Umfrage ergab außerdem, dass mit etwa 39 Prozent der größte Teil der Ausgaben für Facebook-Anzeigen ausgegeben werden soll, gefolgt von Twitter mit 24 Prozent.

Die Erfassung der Zielgruppe durch Social Media

Eine Werbekampagne ist umso effektiver, desto besser sie die Zielgruppe erfasst. Herkömmliche Werbekampagnen in Radio, im Fernsehen oder in den Printmedien können die Zielgruppe nur sehr ungenau erfassen. Die Möglichkeiten, eine Zielgruppe zu bestimmen liegen lediglich im Stil des Programms oder der Zeitung. In den Rundfunkmedien kann außerdem aus der Uhrzeit, zu der die Werbung ausgestrahlt wird, auf die Altersgruppe geschlossen werden. Mit diesen Kriterien kann die Zielgruppe jedoch nur sehr unpräzise eingeschränkt werden. Dies führt dazu, dass die Werbung bei einem großen Teil der Leser oder Zuschauer ohne Effekt bleibt, da sie nicht zur Zielgruppe zählen. Diese Art von Werbung eignet sich daher nur dann, wenn das Produkt, das beworben wird, für eine sehr große Zielgruppe geeignet ist. Für Betriebe, deren Produkte oder Dienstleistungen nur eine kleine und sehr genau definierte Zielgruppe haben, ist diese Form der Werbung sinnlos.
Insbesondere diesen Betrieben eröffnet die Werbung in den Social-Media-Netzwerken ganz neue Möglichkeiten. Denn die Nutzer dieser Netzwerke machen in der Regel sehr viele Angaben zu ihrer Person. Hierzu zählen beispielsweise das Alter, das Geschlecht und verschiedene Interessen. Die Betreiber der Netzwerke können diese Angaben nutzen, um den Werbekunden die Möglichkeit zu bieten, ihre Werbeanzeigen nur einer speziellen Zielgruppe anzuzeigen. Dies führt dazu, dass auch Unternehmen mit einer eng definierten Zielgruppe, in den sozialen Netzwerken erfolgreiche Werbekampagnen durchführen können. Der Hersteller von elektrischen Rasierapparaten kann beispielsweise angeben, dass seine Werbung nur Männern angezeigt werden soll, eine Fahrschule kann ihre Anzeige allen ­Sechzehn- bis Achtzehnjährigen präsentieren, da diese wohl in absehbarer Zeit mit dem Führerschein beginnen werden. Auch die Angabe bestimmter Hobbys kann Einfluss auf die Anzeige der Werbung haben. Ein Fahrradhersteller beispielsweise kann vereinbaren, dass seine Anzeigen nur dann eingeblendet werden, wenn der Nutzer Fahrradfahren als Hobby angegeben hat.

Lokale Werbeanzeigen in sozialen Netzwerken

Die Werbung kann darüber hinaus auch nach lokalen Gesichtspunkten gesteuert werden. Ein Geschäft, das nicht im Versandhandel tätig ist, sondern nur vor Ort seine Produkte bereitstellt, zieht keinen Nutzen aus einer bundes- oder gar weltweiten Kampagne. Daher bieten die sozialen Netzwerke lokalen Unternehmen die Möglichkeit, ihre Anzeigen nur dann anzuzeigen, wenn der Wohnort, der genannt wird, auch im Einzugsbereich des Unternehmens liegt. Dies bietet insbesondere kleineren Unternehmen die Möglichkeit, mit nur geringen Ausgaben ihre potenziellen Kunden zu erreichen.

Langfristige Unternehmensbindung erreichen

Wenn der Facebook-Nutzer auf eine der Anzeige klickt, wird er entweder auf eine externe Webseite geleitet, oder aber auf eine andere Facebookseite. Wenn sich der Werbetreibende für die zweite Alternative entscheidet, kann er über seinen eigenen Facebookauftritt eine langfristige Beziehung zu einem potenziellen Kunden aufbauen. Wenn der Auftritt des Unternehmens ansprechend gestaltet ist und interessante Informationen liefert, kann der Nutzer Fan dieser Seite werden. So wird er immer wieder über die Neuigkeiten aus dem Bereich dieses Unternehmens oder dieser Marke informiert. Im Gegensatz zu den Werbeanzeigen der Suchmaschinen ist es hier sehr viel einfacher, eine langfristige Kundenbindung herzustellen. Die Kampagne hat so nicht nur den Effekt, einmalig auf das Angebot aufmerksam zu machen, sondern dient auch dazu, ein langfristiges positives Image aufzubauen.

Was sollte bei einer Social-Media-Kampagne beachtet werden?

Die Werbung im Bereich der sozialen Netzwerke ist noch relativ neu. Das bedeutet, dass sie noch nicht lange erprobt ist und so kann es immer wieder zu leichten Veränderungen kommen. Daher ist eine der wichtigsten Regeln bei der Gestaltung einer Social-Media-Kampagne, dass man sich immer über die Neuerungen auf dem Laufenden hält und die Statistiken inklusive aktueller Kosten bei Bedarf den Änderungen anzupassen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die genaue Festlegung der Zielgruppe. Wer seine Zielgruppe genau definieren kann, wird den größten Erfolg haben. Denn so erreicht die Werbung genau den Teil der Nutzer, die als Kunden infrage kommt. Doch ist es hierbei nicht nur wichtig zu beachten, wie die Zielgruppe definiert wird, sondern auch welcher Preis für eine bestimmte Zielgruppe bezahlt werden muss. Denn die Anzeigen variieren im Preis, je nachdem, welche Zielgruppe gewählt wurde. In der Regel gilt: je enger die Zielgruppe gefasst wird, desto niedriger sind die Kosten für die Anzeigen. Lediglich bei besonders stark umkämpften Zielgruppen wird diese Regel umgekehrt. Es kann von Vorteil sein, mehrere kleine Zielgruppen zu definieren, bei denen der Anzeigenpreis niedrig ist. Nach einiger Zeit sieht man, welche Anzeigen und welche Zielgruppen Erfolg bringen und welche nicht.
Außerdem sollte der Werbetreibende auf einen häufigen Wechsel der Grafiken achten, die angezeigt werden. Da die Anzeigen sehr oft eingeblendet werden, kann es sein, dass ein Nutzer die gleiche Anzeige viele Male sieht. Um zu vermeiden, dass er sich an diesen Anblick gewöhnt und die Anzeige nicht mehr beachtet, ist es sinnvoll, die Grafiken öfters zu wechseln, um neue Aufmerksamkeit zu erregen. Es können auch parallel verschiedene Kampagnen mit unterschiedlichen Grafiken durchgeführt werden.

Fazit

Kampagnen in Social-Media-Netzwerken sollten für jedes Unternehmen abgewogen werden. Wichtig ist dabei die konsequente Überwachung der Kosten je Klick, bei denen auch ein Vergleich zu konventionellen Anzeigeplattformen wie etwa Google Adwords nicht schaden kann.

Weiterführende Links:
Pixelio.de

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